Elektrisch mobil in Oldenburg

Hintergrundwissen zum Ausbau der Ladeinfrastruktur in Oldenburg

Der Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet » erfolgt bedarfsorientiert. Grundlage hierfür ist die Prognose der Nationalen Plattform Elektromobilität » zur Verteilung von Ladevorgängen. 85 Prozent der Ladevorgänge erfolgen demnach im privaten Umfeld (zum Beispiel private Garagen und Firmenparkplätze). Der Fokus der verbleibenden Anzahl an Ladepunkten im öffentlichen Raum liegt auf dem schnellen Zwischendurchladen an signifikant wichtigen Verkehrspunkten des ruhenden Verkehrs (öffentliche Parkplätze und Parkhäuser). Es werden zuerst Orte im Stadtgebiet mit öffentlichen Schnellladepunkten erschlossen, wo es aufgrund von Überschneidungen mit anderen verkehrlichen Aspekten (Knotenpunkt im Verkehrssystem, Häufung von Geschäften und Firmen mit verstärkten Besucherverkehren, kulturrelle und städtische Einrichtungen mit ausreichender Verweildauer) eine ausreichende Nachfrage zu erwarten sind. Hierbei werden unter anderem Daten aus Geographischen Informationssystemen (GIS), wie zum Beispiel aus dem städtischen GeoPortal », aber auch Dritter (zum Beispiel der Energieversorger) ausgewertet.

Die Ladeinfrastruktur
Was für Verbrennungsmotoren die Tankstelle ist, ist für Elektroautos die Steckdose, Ladesäule » oder Wasserstoff-Zapfsäule ». Ein ausreichendes und bedarfsgerechtes Angebot an öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur ist deshalb ein wichtiges Kriterium für die Akzeptanz von Elektromobilität. Ein dichtes Netz an Tank- und Lademöglichkeiten wirkt auch gegen die Befürchtung, mit leerer Batterie oder Wassertoff-Tank liegen zu bleiben. Eine zentrale Frage bei der Planung von zu errichtender Ladeinfrastruktur ist, wer nachher Nutzerin oder Nutzer eben jener Infrastruktur sein wird. Dabei haben die unterschiedlichen Nutzerinnen- beziehungsweise Kundinnengruppen und Nutzer- beziehungsweise Kundengruppen in der Regel auch unterschiedliche Anforderungen.

Folgende Nutzerinnengruppen und Nutzergruppen sind zu berücksichtigen:

    1. Kommunale Flotten
        Ladung in der Regel auf Betriebshof, am halb-öffentlichen oder privaten Standort
        Ladung im öffentlichen Raum vor Allem als Reichweitenverlängerung
    2. Gewerbliche Nutzerinnen und Nutzer/Flotten
        Carsharing, Lieferdienste, Unternehmensflotten, Taxigewerbe
        Ladung in der Regel auf Betriebshof, am halb-öffentlichen oder privaten Standort
        Ladung dort, wo Autos mit laderelevanter Verweildauer parken (zum Beispiel Carsharing bei Verleihstationen)
    3. Private Nutzerinnen und Nutzer
        90 Prozent der Ladevorgänge findet bei privaten Nutzerinnen und Nutzern im privaten Raum statt
        Ladung im öffentlichen Raum als Reichweitenverlängerung  

Je nach Zugang und Eigentumsverhältnissen einer Fläche, auf der sich die Tank- oder Ladeinfrastruktur befindet, spricht man von öffentlichem, halböffentlichem oder privatem Raum. In manchen Fällen steht der Zugang allen offen – etwa im öffentlichen Parkraum in Wohngebieten – in anderen Fällen ist er beschränkt, zum Beispiel auf Einsatzfahrzeuge.

Zum privaten Raum gehören private Stellplätze oder Firmenparkplätze, der Zugang ist auf wenige Nutzerinnen und Nutzer beschränkt. Halböffentliche Bereiche sind streng genommen auch privat – etwa Hotels, Supermarktparkplätze oder Tankstellen –, sind aber die meiste Zeit öffentlich zugänglich. Es wird weiterhin unterschieden zwischen Ladepunkten und Ladesäulen. Dabei kann eine Ladesäule (meist öffentliche Ladesäule) mehrere Ladepunkte haben. In Deutschland ist es gängige Praxis den Ausbau der Ladeinfrastruktur mit Hilfe der Anzahl an Ladepunkten zu bestimmen.

Praktische und bedarfsgerechte Tipps
Die Website Starterset Elektromobilität » bietet praktische und bedarfsgerechte Tipps für Kommunen, aber auch für Privatnutzerinnen und Privatnutzer, zum Einstieg in die Elektromobilität, zum Beispiel Informationen zur Technik und Planung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Bereitgestellt wird die Website von der Nationalen Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) ».

Einen Überblick zur Gesetzeslage bietet zudem die Gesetzeskarte Elektromobilität des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) » (PDF, 560 KB).

Sie haben Fragen rund um das Thema Elektromobilität in Oldenburg?

Bei Interesse an einem persönlichen Gespräch zum Thema setzen Sie sich bitte mit dem Fachdienst Verkehrsplanung der Stadt Oldenburg in Verbindung:

Industriestraße 1g
26121 Oldenburg

Karsten Everth, Telefon: 0441 235-4625, E-Mail: karsten.everth(at)stadt-oldenburg.de
Dörthe Johannes, Telefon: 0441 235-3689, E-Mail: doerthe.johannes(at)stadt-oldenburg.de