13.05.2020

90 Künstlerinnen und Künstler im Einsatz gegen Corona-Blues

Oldenburg. Durch die Corona-Krise bestehen in zahlreichen Alten- und Pflegeeinrichtungen seit mehreren Wochen strikte Besuchsverbote. Um den Bewohnerinnen und Bewohnern dennoch im Alltag Freude zu bereiten, hat das Kulturbüro begonnen, Balkonkonzerte und Freiluftaufführungen zu organisieren. Diese haben derzeit Hochkonjunktur: 90 professionelle Künstlerinnen und Künstler im Programm, 25 beteiligte Einrichtungen und über 20 vermittelte Auftritte lautet die Bilanz sechs Wochen nach Beginn der Organisation. Die Aufführungen müssen dringend fortgesetzt werden, denn eine Lockerung des grundsätzlichen Besuchsverbotes in Alten- und Pflegeheimen erfolgt in Niedersachsen gemäß der aktuellen Änderungsverordnung des Landes vorerst nicht.

Die Balkonkonzerte haben dabei nicht nur einen Unterhaltungswert, sondern tragen auch zur seelischen Gesundheit bei. „Kunst und Kultur machen Mut, bringen Leben und Abwechslung in die Einrichtungen und sichern die kulturelle Teilhabe“, erklärt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. So berichten die Einrichtungen, die schon einen dieser Auftritte erleben durften, welche Wirkung dieser sowohl auf Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch auf das Personal hat. „Die Auftritte sind Tagesgespräch bei allen in den Einrichtungen. Von dem Kunst- und Kulturerlebnis zehren Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch Pflegekräfte noch Tage danach. Und das ist enorm wichtig, vor allem weil abzusehen ist, dass die Menschen in ihren Einrichtungen noch einen langen Atem haben müssen, bis Besuchsverbote und Einschränkungen des Tagesprogramms nicht mehr ihren Alltag bestimmen werden“, berichtet Christiane Maaß vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg.

Neben über 30 Solokünstlerinnen und -künstlern könnte das Kulturbüro nun auch Duos für Auftritte vermitteln. „Zuerst Ehepaare und Künstlerpaare in häuslicher Gemeinschaft, später auch die rein künstlerischen Duos. Das erweitert das qualitativ hochwertige Angebot noch einmal“, sagt Christiane Maaß.

Die Künstlerinnen und Künstler treten vor den beteiligten Einrichtungen auf. Dabei wird Musik, aber auch Schauspiel, Tanz, Pantomime, Clownerie und Akrobatik dargeboten – also alle Künste, die optisch und akustisch auch aus der Distanz zum Publikum aufgeführt werden können. Bedingung für die Aufführungen ist nach wie vor, dass die geltenden Anordnungen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Künstlerinnen und Künstler eingehalten werden können. Das Kulturbüro steht dabei in engem Kontakt mit den zuständigen Ämtern, wie dem Gesundheits- und Ordnungsamt sowie den Einrichtungsleitungen.

Weitere Senioren-, Behinderten- und Pflegeeinrichtungen können noch teilnehmen. Interessierte können sich bei Christiane Maaß, Kulturbüro der Stadt Oldenburg, per Telefon unter 0441 235-2319 oder per E-Mail an kulturellebildung@stadt-oldenburg.de melden.

Die Balkonkonzerte und Freiluft-Aufführungen werden gefördert von der Marius Eriksen Stiftung, dem Oldenburgischer Generalfonds, vertreten durch den BVO Bezirksverband Oldenburg und der Oldenburger Bürgerstiftung.